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Mina - Kulturmagazin - Lebensstil SzuWei Wu

Szu­Wei Wu wurde 1984 in Taiwan geboren und kam mit 17 Jahren nach Deutschland – ein für sie rundum positiver Kulturschock. Sie wurde sofort in Essen an der Folkwang­ HochschulefürTanzaufgenommen,schloss 2006 ihr Studium mit dem Preis der Josef­ und­Else­Classen­Stiftung ab und hängte noch ein Choreographie­Studium dran. Seither hat sich die Wahl­Wuppertalerin auf vielen verschiedenen Feldern bewegt. Am Tanztheater Wuppertal war sie seit 2009 als Gast für „Sacre du Printemps“ („Frühlingsopfer“) engagiert, tourte auch international mit. Sie hat ihre Choreogra­ phie „Cernes“ („Jahresringe“), in der zwei Tänzerinnen des Tanztheaters auf einen Breakdancer treffen, im Wuppertaler Café Ada und im Bochumer Schauspielhaus ge­ zeigt. Derzeit probt Szu­Wei Wu in Lübeck als Tänzerin für die Purcell­Oper „The Fairy Queen“. FrauWu,wiekames,dassSiemit17Jahren von Taiwan nach Deutschland gegangen sind? Wohin der Weg uns führt Die Wahl-Wuppertalerin Szu-Wei Wu bekam in ihrer Heimat Taiwan nur Druck und traute sich irgendwann nicht mal mehr, vom Tanzen zu träumen. In Deutschland fand sie neuen Mut, neue Kraft und sich selbst. da. Ich habe gelernt, dass nicht das Äußere und der Körper allein wichtig sind, sondern auch der Kopf, die Erfahrung und die Ge­ danken zählen – bis dahin hatte ich da im­ mer nur zu imitieren versucht, was sie sehen wollten. Hier konnte ich aufatmen, hier hatte ich die Chance, ich selbst zu sein – ich musste ja erst normal werden, bevor ich daran denken konnte, eine gute Tänzerin zu werden. Warum haben Sie sich Wuppertal als Wohn- ort ausgesucht? Ach, all meine guten Freunde, meine „Ada­ Familie“ wohnen hier, auch die Choreogra­ phen, mit denen ich am liebsten arbeite – warum sollte ich woanders hinziehen? Sie leben seit 13 Jahren in Deutschland. Haben Sie den Lebensstil übernommen? Ja, mittlerweile habe ich mich daran ge­ wöhnt, freue mich zum Beispiel, dass die Straßen nachts so ruhig sind. Vor allem kann ich in Deutschland ein reines Tänze­ rinnen­Leben führen und mich auf meine Arbeit konzentrieren, weil ich hier das ge­ eignete Umfeld finde. Was ist mit deutschem Essen? Ob Schnitzel oder Bockwurst, ich esse alles. Na ja, nicht jeden Tag, wenn ich selbst koche, wird es doch wieder asiatisch improvisiert. Wo soll ihr Weg hingehen? Ich hatte bisher oft einen engen Blick auf die Dinge, die ich unbedingt machen wollte. In diesem Jahr bin ich sehr offen, da könnte alles möglich sein. So wie die Oper in Lübeck, das ist ein ganz neues Terrain für mich. Und ich entwickele mich immer weiter. Es kann aber auch sein, dass Malou Airaudo ein neues Duo mit mir erarbeitet oder dass ich ein eigenes neues Stück entwickle. Das Leben ist wie eine Choreographie, die ist auch nie fertig – und das ist wunderbar. Basis in Wuppertal: die taiwanesische Tänzerin und Choreo- graphin Szu-Wei Wu Ich habe bei einem Workshop in meiner Schule einen Tanzlehrer getroffen, der mich ermutigt hat, der mir empfohlen hat, an die Folkwang­Hochschule zu gehen. Denn eigentlich hatte ich schon die Hoffnung aufgegeben, tatsächlich Tänzerin zu werden. Warum das denn? In Taiwan sind die Lehrer sehr streng. Es geht aber immer nur um Äußerlichkeiten wie perfekte Beine. Man soll auch möglichst knochig aussehen – jeden Montag wurden alle gewogen, und man war nie dünn genug. Dieser Druck macht einen im Kopf ganz krank, bis ich dachte, ich mache vielleicht doch besser etwas ganz Anderes. Umso glücklicher war ich, als ich nach dem Vor­ tanzen an der Folkwang­Hochschule ange­ nommen wurde. Was passierte dann? Hier hat mir mein Tanzlehrer Kuo­Chu Wu zum ersten Mal gesagt: „Ja, du bist eine Tänzerin.“ Man muss natürlich hart arbei­ ten, aber immerhin ist diese Perspektive mal Foto:SüleymanKayaalp Lebensstil Szu­Wei Wu | von Anne Grages 14

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