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Mina - Kulturmagazin

Spontane Schaffenskraft: An einigen Stellen im Park finden sich gleich mehrere Steinstapel Skizze auf Flyer: Gila Dünnebeil lässt sich regel- mäßig von der Stimmung inspirieren Marken am Rand Es ist wohl nicht davon auszugehen, dass hinter den Besucherwerken intensive künst­ lerische Prozesse stehen. Aber doch ganz klar der Wille, eine – wenn auch anonyme – Marke zu hinterlassen. „Es gibt Stellen im Park, wo offensichtlich mehrere Menschen aktiv werden“, so Mader. „Für uns ist es natürlich toll, dass der Parkbesuch eine solche Wirkung zu haben scheint. Voraus- gesetzt natürlich, die ausgestellten Werke werden dadurch nicht beeinträchtigt.“ Er gehe davon aus, dass das besondere Zusam- menspielvonNaturerlebnisundKunstrezep­ tion diese Reaktion hervorruft. „ Die Wahr- nehmung der Umgebung, der Blick auf die Natur wird verändert“, sagt er. „Die Stein- haufen und die arrangierten Äste sind offen­ bar eine spontane Reaktion darauf.“ Möglicherweise hängen die Werke der Be- sucher auch damit zusammen, dass ein direk­tes haptisches Erleben der Skulpturen nicht möglich ist. „Aus konservatorischen Gründen ist es leider nicht erlaubt, die Kunstwerke anzufassen. Auch wenn viele Werke natürlich genau dieses Verlangen auslösen“, so der Geschäftsführer. Es wäre also denkbar, dass die Spuren der Besucher aus diesem Bedürfnis heraus entstehen. Gewissermaßen als Ersatzhandlung für das nicht erlaubte Berühren der Skulpturen. Wechselwirkung Doch es gibt natürlich auch andere Wege, sich mit den Eindrücken vor Ort auseinan- derzusetzen, darauf zu reagieren. Ein Bei- spiel dafür ist Gila Dünnebeil aus Bergisch Gladbach. Sie nutzt ihre regelmäßigen Be- suche im Skulpturenpark, um eigene Zeich­ nungen anzufertigen oder zu fotografieren. „Ich will mich überraschen und anregen lassen. Mich fasziniert vor allem das Zu- sammenspiel der Werke mit der Natur. Man guckt dort anders“, sagt sie. Ihre Zeichnun- gen und Aufnahmen sind keineswegs doku- mentarisch, und anders als die Steinstapel verbleiben ihre Werke nicht am Ort der Inspi­ ration. Ihre Auseinandersetzung mit dem Park ist ein eigenständiger kreativer Prozess, der direkt vor Ort ausgeführt wird. Einmal hat sie sogar die Rückseite eines Programm­ flyers benutzt, um eine Azalee zu skizzie- ren. „Für mich ist die Stimmung in dem Moment wichtig. Das versuche ich festzu- halten.“ Fotos:SüleymanKayaalp 01.201517

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