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Mina - Kulturmagazin - Neues vom Jazz ort workshop ensemble

Der Holzgeruch des alten Dielenbodens versprüht typische Altbauatmosphäre. Wir befinden uns im Herzen des Luisenviertels. An dem Ort, der einst von dem großen Free­Jazz­Pionier Peter Kowald gegründet wurde. Hier wird seitdem experimentiert, improvisiert, gesucht und gefunden. Die bunt zusammengewürfelten Holzstühle bieten Platz für ungefähr 70 Personen. An diesem Sonntagabend sind die Reihen mit etwa zwölf Zuschauern besetzt, doch das tut der Spielfreude des ort workshop ensem­ bles keinen Abbruch. Da es heute keinen Tresendienst gibt, for­ dert Wolfgang Schmidtke die Gäste vor der Probe auf, sich selbst zu bedienen. Das Ge­ tränkegeld wird einfach auf dem Tresen platziert. Man ist unter sich. Nach diesem kurzen Hinweis geht es direkt los. Eine Auf­ wärmphase gibt es nicht und auch keinen Free Jazz auf Probe Im diesem Jahr wurde der Verein Peter Kowald Gesellschaft / ort zum sechsten Mal in Folge mit dem Spielstättenprogrammpreis ausgezeichnet. Hier ist freie Kultur zu Hause. Hier lebt die Impro- visation, die Experimentierfreude. Besonders wenn das ort work- shop ensemble zur öffentlichen Probe einlädt. Ollhoff. „Wir arbeiten alle auf Augenhöhe. Unser Ziel ist es, gemeinsam eine musikali­ sche Sprache zu finden. Der Ausgangs­ punkt dabei ist die freie Improvisation“, so Schmidtke. „Wichtig ist: Es gibt absolut kein Dogma. Wir wollen aktuelle Musik machen und nicht Peter Kowald nachei­ fern. Unser Zusammenschluss war auch ganz bewusst generationsübergreifend ge­ wollt.“ „Ich glaube, was wir machen, ist auch eine Art Experiment“, so Maik Ollhoff. „Es gibt in Wuppertal nicht allzu viele Knoten­ punkte wie zum Beispiel den ort, an denen professionelle Musiker aus verschiedenen Altersgruppen sich treffen und etwas Neu­ es starten können.“ Der 33­Jährige Drum­ mer hat in den vergangenen Jahren unter anderem die Wuppertaler Veranstaltungs­ reihe „Sommerloch“ ins Leben gerufen, und er ist auch in der elektronischen Musik zu Hause. Er sieht darin sogar eine mögliche Option für die Weiterentwicklung der neuen Band: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich demnächst mal etwas Elektroni­ sches mit einbringe.“ Wolfgang Schmidtke sieht das genauso: „Ich freue mich schon darauf.“ Die Kommunikation des Ensembles während der Probe wirkt auf Außenstehende ein Eintritt. Das Licht bleibt an. Werkstatt­Fee­ ling statt Show­Atmosphäre. Der experimen­ telle Sound der vier Musiker schallt von den rohen weißen Wänden des Raumes im Erd­ geschoss zurück. Zwei Generationen Das ort workshop ensemble, bestehend aus Wolfgang Schmidtke, Maik Ollhoff, Roman Babik und Jan Kazda, spielt in klassischer Jazzbesetzung – Saxophon, Flügel, Bass und Schlagzeug. Gegründet wurde die Band im Herbst 2014. „Der erste öffentliche Auftritt war beim Viertelklang 2014“, erinnert sich Wolfgang Schmidtke. Davor habe man nur sporadisch und vereinzelt zusammenge­ spielt. Mit Kazda und Schmidtke treffen zwei echte Urgesteine der Jazz­Szene auf ihre jüngeren Bandmitglieder, Babik und ANZEIGEN VON DER HEYDT KUNSTHALLE WUPPERTAL-BARMEN von-der-heydt-kunsthalle.de 22.3. - 28.6.2015 JanAlbers,diGGinGdeeP,2014,CourtesyVANHORN,Düsseldorf&1301PE,LosAngeles Neues vom Jazz ort workshop ensemble | von Marc Freudenhammer

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