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Mina - Kulturmagazin - Einblick Kulturmäzene in Wuppertal

Mit Rat, Tat und ganz viel Geld Die Schließung des Schauspiel- hauses an der Kluse hat eine tiefe Wunde geschlagen in die Seelen der Kulturfreunde in Wuppertal. Sie blutet noch, und sie wird erst dann wieder hei- len können, wenn es gelingt, das Schauspielhaus zu sanieren, um es zur Heimstatt des Tanz- zentrums NRW zu machen. So wollen es die Wuppertaler, und Politiker aller demokratischen Parteien und Parlamente haben versprochen, sich darum zu bemühen. „Entartete Kunst“, mit der die Nazis unlieb­ same Künstler diskreditieren wollten. „Bei mir hat diese Ausstellung genau das Gegen­ teil bewirkt“, sagt Springmann und lächelt verschmitzt. Die Kunst hat ihn seither nicht mehr losgelassen und letztlich dazu geführt, dass er sich mitverantwortlich dafür fühlt, dass Kultur möglich sein muss. Hundert­ tausende Euro sind über die Stiftung der Springmanns, aber auch über direkte Spen­ den in die Kulturlandschaft Wuppertals ge­ flossen.DassdasTheaterinCronenberg(TiC) häufiger als Nutznießer auftaucht, ist einer­ seits Ausdruck der Hochachtung Spring­ manns für ein Ensemble, das aus wenigen Möglichkeiten viel macht. Andererseits ist esaberauchKritikamstädtischenSchauspiel in Wuppertal. Dessen Entwicklung gefällt SpringmannnichtnurwegenderSchließung des Hauses an der Kluse nicht. Anders als andere Stifter sagt er das auch. Ein Dorn im Auge Überhaupt sind die jährlichen Preisverlei­ hungen der Springmann­Stiftung auch des­ halb ein gesellschaftliches Ereignis, weil der ehemalige CDU­Stadtrat es sich bei die­ ser Gelegenheit nicht nehmen lässt, der Stadt die Leviten zu lesen. Der Umgang mit Kultur im öffentlichen Raum ist ihm ein Dorn im Auge. Die aus seiner Sicht uninspi­ rierte Platzierung der von Ulle Hees erar­ beiteten Else­Lasker­Schüler­Skupltur – das ist nichts, was Enno Springmann wider­ spruchslos hinnimmt. „Die Skulptur steht jetzt im Elberfelder Rathaus, wo sie kaum jemand sieht. Und die Besonderheit, dass Lämpchen im Kopf, ist seit langer Zeit de­ fekt. Ich hätte ja ein neues einbauen lassen, aber ich darf nicht“, sagt er. So etwas ärgert den 89­Jährigen ebenso wie der Zustand des Kunstwerkes „Gewindegang“ auf dem Robert­Daum­Platz. Das haben einst Lehr­ linge („Damals nannte man das noch so“) seines Unternehmens geschaffen. Spring­ mann schenkte es der Stadt. „Jahrelang passierte nichts. Jetzt wurde die Skulptur Wirtschaftlich ist Wuppertal eine gebeutelte Stadt. Der Strukturwandel ist noch nicht ab­ geschlossen. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Es gab immer Licht am Ende des Tunnels, weil Wuppertal eine Stadt des bür­ gerschaftlichen Engagements ist. Das gilt gerade auch für die Kultur. Und zwei, die dafür mit Rat, Tat und Namen stehen, sind Enno Springmann (89) und Eberhardt Robke (78). Beide waren beziehungsweise sind er­ folgreiche Unternehmer, beide sind Wup­ pertaler, beide lieben ihre Heimatstadt. Und beide wissen, dass eine Stadt ohne Kul­ tur keine lebenswerte Stadt sein kann. Enno Springmann zog daraus bereits 1995 die Konsequenz und gründete mit seiner Frau Christa die Springmann­Stiftung. Das Kapi­ tal von heute 900.000 Euro wird verzinst. Die Zinsen führen bisher dazu, dass die Spring­ mann­StiftungJahrfürJahretwa15.000Euro an Künstler ausschütten kann, die in Wup­ pertal leben und arbeiten. Die Liste der Aus­ gezeichneten zieren klangvolle Namen wie Elena Fink (Opernsängerin), Jo Ann Endicott (Tänzerin), Christian von Grumbkow (Maler) und Ulle Hees (Bildhauerin). Die Stiftung von Eberhard Robke und dessen verstorbener Frau Renate entstand 2005. Sie baut auf ein Kapital von inzwischen 1,5 Milli­ onen Euro und investiert den Kapitalertrag Jahr für Jahr in zeitgenössische Kunst. Die Bilder gehen ins Eigentum des Kunst­ und Museumsvereins über. Kultur muss möglich sein Enno Springmann und Eberhard Robke eint das Wissen, dass die öffentliche Hand allein das Kulturleben einer Stadt dauerhaft nicht erhalten kann. Sie eint auch die Erkenntnis, dass eine Stadt ohne Kultur eine sterbende Stadt ist. Und sie eint eine kommunalpoliti­ sche Karriere, die beweist, dass ihnen Wup­ pertal nie egal gewesen ist. KulturhatimLebenderbeidenUnternehmer immer eine wichtige Rolle gespielt. Spring­ mann zum Beispiel besuchte als Heran­ wachsender in München die Ausstellung 01.2015 28 Foto:SüleymanKayaalp Einblick Kulturmäzene in Wuppertal | von Lothar Leuschen 01.201528

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