Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Mina - Kulturmagazin - Religion Jüdische Kulturtage in Wuppertal 2015

Die Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal zählt zu den orthodoxen jüdischen Gemein­ den, die einer strikteren Auslegung der Ge­ setzesrollen,derTora,folgenalszumBeispiel die Gemeinden mit liberaler Ausrichtung. „Wir wollen eine Gemeinde für alle Juden im Bergischen Land sein. Ein orthodoxer Mensch wird niemals Mitglied einer libera­ len Gemeinde werden, während sich umge­ kehrt jemand, der nicht ausschließlich koschere Nahrung isst, auch in einer ortho­ doxen Gemeinde wohlfühlen wird“, erklärt LeonidGoldberg,VorsitzenderderJüdischen Kultusgemeinde das Einheitsprinzip. Gelebte jüdische Kultur Dieses Einheitsprinzip hat sich nach Ansicht von Goldberg bewährt, denn innerhalb weni­ ger Jahre ist die jüdische Kultusgemeinde von 65 auf rund 2.300 Mitglieder gewachsen, wobei es große Zuwächse vor allem aus Russ­ land und anderen osteuropäischen Ländern gibt. Für diese Menschen erfüllt die Kultus­ gemeinde neben ihrer zentralen Aufgabe als religiöser Gemeinschaft vor allem eine Das Einheitsprinzip Vom 25. Februar bis zum 22. März 2015 werden auch in Wuppertal wieder die Jüdischen Kulturtage gefeiert. Schwerpunkt in diesem Jahr ist ein Blick auf die jüdische Kultur der Gegenwart – und die ist gerade in Wuppertal ausgesprochen vielfältig. synagogale, hebräische Gesänge sowie mo­ dernes israelisches Liedgut und jiddische Volkslieder in seinem Programm. „Masel Tov“ ist auch während der landesweiten jüdischen Kulturtage, die alle vier Jahre stattfinden, ein fester Bestandteil des Pro­ gramms. Motivation und Unterstützung „Gemeindemitglieder, die vor 20 oder 25 Jahren nach Wuppertal kamen, sind bereits alle bestens integriert“, sagt Leonid Gold­ berg. Und wie sieht es generell mit der Teilnahme am Gemeindeleben aus? „Uns geht es nicht besser und nicht schlechter als anderen. Einige Mitglieder muss man schon motivieren, unsere Angebote wahr­ zunehmen“, sagt Goldberg schmunzelnd. Das fällt bei den Kindern noch leichter. Für sie werden im Jugendzentrum der Gemeinde Malkurse, Musikstunden oder Chorgesang angeboten. Unterstützung für alle Aktivi­ täten gibt es durch den jüdischen Wohl­ fahrtverband und die Stadt Wuppertal. Die Signalwirkung der mit renommierten nationalen und internationalen Künstlern besetzten Jüdischen Kulturtage 2015, die bis zum 22. März zum dritten Mal in NRW und mit dem Programm­Schwerpunkt „an­ gekommen ­ jüdisches (er)leben“ in Wup­ pertal stattfinden, hält Goldberg gerade in diesem Jahr für besonders wichtig: „Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge im vergangenen Jahr setzen die Kulturtage mit ihrem vielfältigen Programm ein richtiges Zeichen gegen diese antisemitischen Ver­ brechen.“ integrative Funktion. Und gerade bei der Integration spielt für die Zuwanderer die Teilhabe an vertrauter jüdischer Kultur eine wichtige Rolle. Doch was ist überhaupt jüdische Kultur? Die Vorsitzende des Gemeinderats der Kultus­ gemeinde, Ruth­Yael Tutzinger, zählt eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen auf, die sich auf den ersten Blick wenig oder gar nicht von den Angeboten in christlichen Gemeinden unterscheiden. „Es wird gesun­ gen, getanzt, gelesen, und es gibt Vorfüh­ rungen und Ausstellungen. Zum Programm zählen zum Beispiel ein Gymnastikkurs für Senioren oder Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Das Interesse daran ist gerade unter älteren Teilnehmern groß, denn bei vielen ist russisch die Mutterspra­ che“, sagt Ruth­Yael Tutzinger. In der Brijut­ Gruppe gehe es um Gesundheit für Senioren. Das vielleicht bekannteste Beispiel für ge­ lebte jüdische Kultur im Bergischen Land ist der Chor der Kultusgemeinde „Masel Tov“. Unter der Leitung der Dirigentin und Pianistin Rokella Rachel Verenina, die auch die Arrangements schreibt, hat der Chor Religion Jüdische Kulturtage in Wuppertal 2015 | von Andreas Boller Die Begegnungsstätte Alte Synagoge wurde an dem Ort erbaut, wo bis zur sogenannten Reichskristallnacht die Elberfelder Synagoge stand 01.2015 34 Foto:SüleymanKayaalp 01.201534

Seitenübersicht