Villakordeon gab launiges Konzert fürs Bandwirker-Bad

Foto: Gerhard Bartsch

Ronsdorf. Fünf Jahre ist es her, dass die Stadt das Bandwirker-Bad in Ronsdorf aus Geldmangel schließen wollte. Doch die Ronsdorfer setzten sich zur Wehr und waren sich einig: Das Schwimmbad muss bleiben. Und das Schwimmbad blieb. Die Rettung brachte damals die Gründung eines Fördervereins, der das Stadtteilbad seitdem mit viel Engagement und Kreativität betreibt. „Bis jetzt haben wir jedes Jahr eine schwarze Null geschrieben. Die Finanzierung ist aber kein Selbstläufer“, sagt Jürgen Windgassen, Vorsitzender des Fördervereins. „Die Kosten liegen zwischen 280.000 und 300.000 Euro. Ich sage immer: Wir bauen jedes Jahr ein Einfamilienhaus“, verrät Windgassen.

Die Summe ist nicht alleine durch den Eintrittspreis zu stemmen. Der Förderverein organisiert deshalb alljährlich verschiedene Benefizveranstaltungen: Neben einer Eier- und Wurstlotterie, einem Weinfest sowie einem Adventsmarkt dient auch ein Konzertabend dem guten Zweck. Das Konzert fand am Sonntag bereits in vierter Auflage in der Erich-Fried-Gesamtschule statt. Diesmal war das Hobbyorchester „Villakkordeon“geladen, das ein buntes Programm präsentierte.

Einen Höhepunkt erreichte das Konzert dabei schon zu Beginn, als die leidenschaftlichen Akkordeonisten das „Bergische Heimatlied“, stimmlich begleitet vom Publikum, als Big-Band-Version interpretierten. Für Erheiterung und gute Laune sorgte die Moderation des Orchesterleiters Marcus Matuszewski, der mit seinen originellen Anmerkungen in das Liedgut von Edith Piaf bis Ennio Morricone einführte. Die rund 180 Gäste hatten nicht nur sichtlich Freude an dem kurzweiligen Konzertabend, sondern auch ein gemeinsames Anliegen – den Fortbestand des Bandwirker-Bades.

Konzertbesucher haben eine sehr enge Bindung an das Bad

Aus den Gesprächen während der Konzertpause wurde deutlich, dass die Ronsdorfer hinter dem Förderverein stehen. Neben den praktischen Vorteilen, die für die örtlichen Schulen und Schwimmvereine bestehen, führten viele Gäste auch ihre persönliche Verbundenheit mit dem kleinen Schwimmbad an. „Das Bandwirker-Bad liegt mir am Herzen. Nicht zuletzt, weil ich meinen eigenen Kindern da das Schwimmen beigebracht habe“, erzählte der Unterstützer Klaus Mechow. Auch ältere Ronsdorfer schätzen das traditionsreiche Bad, wie die Besucherin Anke Prohm zu berichten wusste: „Meine Mutter ist bis zum 94. Lebensjahr vier Mal die Woche im Bandwirker-Bad schwimmen gegangen – deshalb ist sie wahrscheinlich noch so fit.“

Foto: Gerhard Bartsch