Viertelklang beschwingt den Osten

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Wuppertal. Viertelklang ist immer ein Fest – von einem Ort zum anderen wandern und sich locker auf verschiedene Musikrichtungen einlassen. Zum sechsten Mal organisiert das Kulturbüro das Konzertfestival, zum zweiten Mal im Osten der Stadt. Am 27. August wird es 24 Konzerte an 13 Orten zwischen Rott und Wichlinghausen geben.

Der rote Faden ist die Trasse, denn sie verbindet über drei Kilometer die drei Zentren um die Carnaper und Sedan-Straße, um die Max-Planck und die Langobarden-Straße und um die Wiescher Straße. Viertelklang ist damit auch ein Probelauf für das Mega-Trassenfest 2017, das 22 Kilometer bespielen soll.

Lauter halbstündige Konzerte
zwischen 19 und 23 Uhr

Ulrich Marxcors vom Kulturbüro hat für die halbstündigen Konzerte zwischen 19 und 23 Uhr ein Programm zusammengestellt, das so munter durch die Genres springt, dass man sich kaum entscheiden mag. Susanne Strobel und ihre Formation Apito Fiasco verbinden kraftvolle Percussion mit poetischen Industrie-Sounds. Ilona Ludwig stellt Stücke aus ihrem Soloprogramm vor. Die Kantorei Dreiklang singt klassische Chorstücke. Die Ufermann Formation & Hayat Chaoui stehen für Jazz und Poesie zwischen den Kulturen. Unter dem Titel „Beethoven meets Oriental Music“ spielen drei Flüchtlinge, alle studierte Musiker aus dem Projekt der Mandolinen-Konzert-Gesellschaft. Der bekannte Harfenist Tom Daun verzaubert mit keltischen Klängen. Dazu groovt es mit Jazz, Blues und Weltmusik in vielen Varianten.

Auch die Spielorte sind eine Entdeckungstour wert, die die Besucher mit dem eigenen oder Leihfahrrad angehen können. Neben vier Schulen gehören dazu die Konsumgenossenschaft Vorwärts in der Münzstraße, die Kirche St. Johann Baptist an der Normannenstraße, die Skaterhalle Wicked Woods an der Langobardenstraße und die Königsberger Höfe. Monika Heigermoser, Leiterin des Kulturbüros, sagte gestern bei der Vorstellung des Programms: „An diesem Teil der Nordbahntrasse liegen Stadtareale, die sich in einem positiven Umschwung befinden. Durch Viertelklang machen wir das sichtbar.“

Kulturdezernent Matthias Nocke erinnerte an den Musiker Thomas Beimel, der Ende Juni mit 49 Jahren gestorben ist. „Er hat den Namen des Festivals erfunden und am Konzept mitgearbeitet. Er war von Anfang an bei jedem Viertelklang dabei.“

 Auch Monika Heigermoser vermisst ihn: „Er hat uns inspiriert. Er fehlt sehr.“ Das dreirädrige Autochen, in dem Beimel und Olaf Reitz ihre fahrbare Gedichtwerkstatt eingerichtet hatten, wird am 27. August wie ursprünglich geplant am Wichlinghauser Bahnhof stehen. Doch es gibt keine Klang- und Wortspielereien, sondern das Poetomobile wird stumm an Thomas Beimel erinnern.

Viertelklang gibt es mittlerweile auch in den Nachbarstädten – dort lohnt der Besuch ebenfalls. Das hat neben einer Menge Konzerttouristen auch Monika Heigermoser erfahren: „Wir haben unsere jeweiligen Stärken – tolle Orte, gute Künstler – vor dem gemeinsamen Projekt erstaunlich wenig gekannt.“ Weitere Viertelklang-Konzerte mit immer wieder anderen Künstlern gibt es in Velbert-Langenberg am 2. September, in Remscheid-Lüttringhausen am 17. September und in Solingen-Wald am 8. Oktober.

Foto: Stefan Fries